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Teupitz
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Teupitz (niedersorbisch Tupc) ist eine Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg und Sitz der Verwaltung des Amtes SchenkenlÀndchen, das den Namen des gleichnamigen historischen Gebietes trÀgt.

Contents

‱ Geografie
‱ Geschichte
‱ Ortsname
‱ Nemissa-Sage
‱ Politik
‱ Wappen
‱ Unternehmen
‱ Verkehr
‱ Sport
‱ Vereinswesen
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geografie

Teupitz liegt im historischen SchenkenlĂ€ndchen, etwa 45 Kilometer sĂŒdlich des Stadtzentrums von Berlin und 65 Kilometer nordwestlich von Cottbus am sĂŒdlichen Ufer des Teupitzer Sees. Die Stadt grenzt im Norden an Mittenwalde und Groß Köris, im Nordosten an Schwerin, im Osten an Halbe, im SĂŒden an Baruth/Mark und im Westen an Zossen.

Stadtgliederung

Zur Stadt gehören die Ortsteile Egsdorf, Neuendorf und Tornow sowie die WohnplĂ€tze Kleine MĂŒhle, Kohlgarten und MittelmĂŒhle.cite-ref-2[2]

Geschichte

Ortsname

Teupitz entstand als slawische Siedlung. Auf der Schlosshalbinsel am Teupitzer See wurde 1307 erstmals eine Burg erwĂ€hnt, die in Ă€lteren SchriftstĂŒcken als Tupcz, Tupzig oder Tupitz bezeichnet wurde. Weitere Schreibweisen waren to dem Tuptez, 1346 Tewptz sive Teypcygk, 1375 Tewptz, 1431 Tupze, 1436 Tupitz, 1442 czum Tupitz, 1555 Teuptz oder bereits Teupitz. Der Name leitet sich vom niedersorbischen Tup ab, was so viel wie stumpf, oder stumpfes Beil (Tupiza) bedeutet. Historiker vermuten, dass bei der Erschließung dieser waldreichen Region und dem Bau der Burg eine erhebliche Menge an Holz geschlagen werden musste.

13. bis 16. Jahrhundert

In der ersten urkundlichen ErwĂ€hnung von Teupitz vom 11. November 1307 sichert Markgraf Hermann von Brandenburgcite-ref-3[3] seiner Stadt Mittenwalde das Recht zu, „alles Holz in der Heide, den BrĂŒchen und GestrĂ€uchen von Denickens Damm (bei Mittenwalde) bis zu den Bestwinischen Bergen (bei Gross- und Klein-Besten) und von dort bis zur BrĂŒcke, und dem Fliesse, welches gewöhnlich ‚die Pupow‘ genannt ward, ohne alle Hindernis der von Plotzigk, Herrn tu dem Tuptez und aller ihrer Nachkommen, als Bau- und Brennholz zu hauen und wegzufahren“. Besitzer des Landes waren demnach die von Plotzigk (Plötzke), die nachweislich seit 1186 unter Burchard de Plozeke (Bernhard von Plötzke) als mĂ€rkische Vasallen erstmals in der Region in Erscheinung getreten waren. Hermann belehnte somit Bernhard mit der Burg „to dem Tuptz“, um die Teupitzer Herrschaft enger im slawischen Gebiet an die Mark zu binden.cite-ref-4[4]

In der zweiten Urkunde aus dem Jahr 1315 bestĂ€tigte sein Vetter Markgraf Waldemar dieses Recht gegenĂŒber dem Besitzer Bernt von Plotzigk, nachdem diese Rechte bestritten worden waren. Ob die Familie derer von Plotzigk ĂŒber die gesamte Zeitspanne EigentĂŒmer des Landes waren, ist nicht ĂŒberliefert. Deren Nachfolger war die Familie Schenk von Landsberg, die sich in der Region ĂŒber die Jahrhunderte – von 1330 bis 1717 – einen Machtbereich in der sĂŒdlichen Mark Brandenburg sowie in der Lausitz schuf. Im Landbuch Karls IV. erschien der Ort als Tupitz, Tuptz und Tubitz ohne weitere Angaben. Im Jahr 1346 wurde lediglich der Kirchort erwĂ€hnt, im Jahr 1427 erstmals das Schloss. Die Schenken gaben der Stadt um 1437 ohne offiziellen Stiftungsbrief Stadtrechte und Stadtsiegel und ĂŒbernahmen das Kirchenpatronat der 1346 erbauten Heilig-Geist-Kirche. Die Schreibweise war in dieser Zeit Tewptz sive Teupzycgk, Tewpcz und Tewptz sive Teypzeygk. Um 1415 kam es erneut zu einem Rechtsstreit um die RechtmĂ€ĂŸigkeit des Holzeinschlages der Mittenwalder in Teupitz. Das Amtsgericht in Mittenwalde verfĂŒgte daher eine Abschrift der urkundlichen ErwĂ€hnungen, die trotz eines dortigen Brandes im Jahr 1473 noch erhalten geblieben sind. Sie befinden sich jetzt im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin. 1437 ist erstmals von einer Stadt die Rede. Da jedoch kein Stiftungsbrief vorliegt, gehen Experten davon aus, dass die Verleihung des Stadtrechtes eine eigenmĂ€chtige Handlung derer von Landsberg war. Gleichzeitig erhielt Teupitz ein eigenes Stadtsiegel, das einen Fisch darstellt, der von zwei Wasserlilien eingerahmt wird und ĂŒber dessen RĂŒcken ein Kreuz zu sehen ist.

Im 15. bzw. 17. Jahrhundert ließ die Familie die Burg zu einem Schloss umbauen. Im Jahr 1546 wurde von dem „Schloß, StĂ€dtchen und Herrschaft mit Dörfern, MĂŒhlen und der Teupitzschen Heide“ berichtet. 1566 drohte eine Kirchenmauer einzustĂŒrzen; die gewölbte Decke wurde entfernt und das Bauwerk verstĂ€rkt. 1578 begannen Historiker, ein Stadtbuch anzulegen. Es enthĂ€lt Mitteilungen aus der Stadtgeschichte, Akten der freiwilligen Gerichtsbarkeit und andere Dokumente aus Teupitz. Im Jahr 1584 erschienen erstmals acht Hufner und 31 KossĂ€tenhöfe. 1590 erhielt Teupitz die Erlaubnis, bis zu 1900 Schafe zu halten – ein nicht zu unterschĂ€tzender Wirtschaftszweig entstand: Die ErtrĂ€ge aus dem Verkauf des Fleisches sowie der weiterverarbeiteten Produkte fielen den Schenken zu. Gleiches galt fĂŒr die MĂŒhlen, von denen in einem Bericht aus dem Jahr 1668 drei ĂŒberliefert sind. Weiterer Wohlstand kam aus dem Betrieb eines Teerofens sowie den Ziegeleien, die Ton aus den umliegenden Gruben verarbeiteten.

17. bis 18. Jahrhundert

Im DreißigjĂ€hrigen Krieg verfiel das Schloss zusehends, und die Weinberge verwilderten. Gab es 1624 noch acht Hufner, 31 KossĂ€ten und einen Hirten, so waren es nach dem Krieg noch das „StĂ€dtlein“ mit 37 (mĂ€nnlichen) Einwohnern und zwei Söhne. Die Bildung litt darunter jedoch nicht, denn aus dem Jahr 1664 ist erstmals ein Lehrer und Kantor Stahl ĂŒberliefert. Gleiches galt fĂŒr die Kirche: Sie erhielt 1692 eine neue Kanzel sowie zwei Jahre spĂ€ter eine Orgel des Döbelner Orgelbauers Gottfried Richter. Im Jahr 1668 wurde das Gut Teupitz an den Grafen zu Solms zu Baruth verĂ€ußert und 1679 durch die Schenken zurĂŒckgekauft. Bei der RĂŒckĂŒbertragung muss es jedoch zu einem Fehler gekommen sein, denn das Gut wurde 1684 vom KurfĂŒrsten auf Grund eines Lehnsfehlers eingezogen, 1685 dem Kurprinzen geschenkt und 1688 erneut mit den Schenken belehnt.

Bis um 1700 war es noch erforderlich, dass der Pfarrer einen Kaplan einstellen musste, um der ĂŒberwiegend wendisch sprechenden Bevölkerung eine deutsche Predigt nahezubringen. Am 26. November 1687 kam es zu einem Großbrand in der Stadt, bei der die ĂŒberwiegende Anzahl der aus Holz errichteten GebĂ€ude zerstört wurde. Fand der Schulunterricht zunĂ€chst noch im Pfarrhaus statt, konnten die SchĂŒler ab 1702 das neu errichtete SchulgebĂ€ude nutzen. Am 18. Dezember 1717 kaufte Friedrich Wilhelm I. die Burg nebst weiteren BesitztĂŒmern fĂŒr 54.000 Taler vom letzten Schenken Ludwig Alexander und richtete dort in der Zeit von 1717 bis 1812 den Sitz eines königlichen Amtmanns ein. Im Jahr 1719 standen in Teupitz 48 HĂ€user; zwei waren jedoch (immer noch?) wĂŒst. Mit dem Tod des letzten Nachkommen im Jahr 1721 ging die Bedeutung des Anwesens verloren. Klein-Besten, Körbiskrug, Gussow, PĂ€tz und Zehrensdorf wurden dem Amtsbezirk Königs Wusterhausen zugeschlagen; GrĂ€bendorf ging an das Amt Blossin. Zu Teupitz gehörten damit nur noch die Vorwerke in Repplinchen, Tornow, Egsdorf, Schwerin, Sputendorf sowie die Hohe, Mittlere und Kleine MĂŒhle nebst einigen Meiereien und Seen. Die Anzahl der Bevölkerung stieg nur schleppend: Aus dem Jahr 1722 sind 50 WohngebĂ€ude mit 209 Einwohnern ĂŒberliefert, 1740 wohnten dort 277 Menschen. Im Jahr 1745 waren es 49 HĂ€user, zwei wĂŒste Stellen. Es gab noch keine Vorstadt, jedoch das prinzliche Amt und Vorwerk mit drei WassermĂŒhlen, drei SchneidmĂŒhlen und einen Krug. Im Jahr 1750 standen im Ort 51 HĂ€user und 20 Scheunen. Ein Jahr spĂ€ter lebten in Teupitz 52 BĂŒrger, darunter der BĂŒrgermeister, ein Ziesemeister, sechs Hufner, ein Böttcher und ein Schneider. 1770 waren es 51 H#user, 20 Scheunen, ein Vorwerk (1773) sowie drei mittlerweile private Wasser- und ebenso drei private SchneidemĂŒhlen. Von 1764 bis 1772 war Teupitz – neben Mittenwalde – auch Sitz einer Garnison, die dem preußischen FeldjĂ€ger-Bataillon unterstellt war. 1765 stellten Handwerker fest, dass das vor rund 60 Jahren errichtete SchulgebĂ€ude baufĂ€llig war. 1783 rissen sie die beiden maroden Schornsteine ab, doch erst 1787 wurde ein Neubau errichtet und 1820 um einen Keller erweitert. Überliefert ist auch, dass am 31. Januar 1769 auf dem Galgenberg (seit 2005 das Gebiet des Asklepios Klinikums) die letzte öffentliche Hinrichtung stattfand. Der Amtmann Ludwig Bein wies dabei an, einen rund 30 Ruten langen und 12 Ruten breiten Platz von den dort wachsenden Fichten freizulegen, um den Verurteilten dort von einem Scharfrichter aus Mittenwalde rĂ€dern zu lassen. 1777 errichtete die Stadt in der NĂ€he des Teupitzer Sees das SchĂ€ferhaus aus Fachwerk mit einer RauchkĂŒche. 1778 erhielt die Kirche eine erste Turmuhr. Das Schloss verfiel in dieser Zeit und wurde von 1788 bis 1791 auf eine königliche Anweisung hin bis auf das unterste Geschoss abgetragen. In den Befreiungskriegen waren – wie in vielen umliegenden Gemeinden – auch in Teupitz Truppen einquartiert, die zu einer großen Belastung der Bevölkerung wurden.

19. Jahrhundert

1801 waren ausweislich einer Chronik in Teupitz sechs Schiffer und acht Schiffsknechte tĂ€tig. Sie kĂŒmmerten sich um den Transport von Salz in die Region Teupitz und den Abtransport von Baustoffen wie Holz oder Ziegeln in das Umland und nach Berlin. Im Ort standen 57 HĂ€user und 33 Scheunen. Es gab 41(!) brauberechtigte HĂ€user sowie 16 Branntweinblasen. In Teupitz wurden 80 Morgen Weinberge kultiviert. Vier Mal im Jahr fand ein Kram- und Viehmarkt auf der dreiecksförmigen FlĂ€che im Stadtzentrum statt. Es gab weiterhin 40 AckerbĂŒrger, fĂŒnf BĂ€cker, drei Böttcher, zwölf Branntweinbrenner, zwei Braumeister, zwei Fleischer und einen Gastwirt. Eine Person wurde als „Barbier oder Chirurg“ in der Statistik gefĂŒhrt. Weiterhin hatte sich zwei Hufschmiede in der Stadt niedergelassen. Es gab elf Leineweber, einen Maurer, einen NachtwĂ€chter, aber auch einen Scharfrichter sowie einen Schuhflicker, sieben Schuhmacher und zahlreiche weitere Gewerke. Hinzu kamen drei Akzisebediente, ein Kantor, ein KĂŒster, ein Organist, ein Prediger sowie drei RatsmĂ€nner. Im Vorwerk lebten acht BĂŒdner und ein Förster, die drei Feuerstellen (=Haushalte) betrieben. In der Alten Meierei (auch „Alt Vorwerk“) genannt, lebten ein Einlieger.

Friedrich Wilhelm III. verkaufte am 30. Juni 1812 aus Geldnot die Reste des Schlosses mit den Vorwerken Teupitz, Sputendorf und Löpten sowie den zugehörigen Seen und Karpfenteichen fĂŒr 69.000 Taler an die Witwe des 1803 verstorbenen Oberamtmanns Bein. Diese wiederum schenkte es ihrem Sohn, der es 1836 an den Oekonomie-Kommissarius Gobbin verĂ€ußerte. 1828 schloss die Kirchengemeinde den Friedhof an der Heilig-Geist-Kirche und verlegte ihn auf den Gesenberg sĂŒdlich der Innenstadt. 1829 hob die Stadt die zuvor festgelegte Trennung zwischen dem Kramermarkt und dem Viehmarkt auf, um die Wirtschaftlichkeit beider zuvor eher erfolglosen MĂ€rkte zu erhöhen. 1830 wurde das Rathaus der Stadt errichtet. Im Jahr 1840 war als Besitzer des Gutes eine Familie Gobbin bekannt, vertreten durch den Rittergutsbesitzer Christian Heinrich Ludwig Gobbin (1790–1860).cite-ref-5[5] Die Gobbins verkauften es an einen Herrn von Trott weiter. Von dort ging es an die Familie Jador, anschließend an den Gutsbesitzer Körner. In dieser Zeit wurde erstmals eine Botenpost eingerichtet, die zweimal wöchentlich Nachrichten in die Stadt brachte. Sie entwickelte sich zu einer Karriolpost zwischen Mittenwalde und Wendisch Buchholz.

Im Jahr 1840 standen in der Stadt 62 WohnhĂ€usern, im Vorwerk mit der SchĂ€ferei Tornow weitere fĂŒnf WohnhĂ€user. 1850 war die briefadelige Familie von Treskow im Besitz des Gutes, von 1860 an ĂŒber mindestens zwei Generationen die Familie von Parpart.cite-ref-6[6] 1857 grĂŒndete sich ein SchĂŒtzenverein, der bei seiner GrĂŒndung 40 Mitglieder zĂ€hlte. 1858 gab es in der Stadt sechs HofeigentĂŒmer, die 13 Knechte und MĂ€gde sowie 15 Tagelöhner beschĂ€ftigten. Es gab 46 nebengewerbliche Landwirte mit weiteren vier Knechten und MĂ€gden sowie neun Tagelöhnern. Hinzu kamen 35 Arbeiter und vier Personen, die als „Gesinde“ bezeichnet wurden. In der Stadt gab es insgesamt 71 Besitzungen. Zwei von ihnen waren zwischen 300 und 600 Morgen groß (zusammen 817 Morgen), 26 zwischen 30 und 300 Morgen (zusammen 1742 Morgen), 35 zwischen 5 und 30 Morgen (zusammen 561) sowie acht unter fĂŒnf Morgen (zusammen 20 Morgen). In der Stadt arbeiteten zahlreiche Gewerke. Exemplarisch seien genannt drei BĂ€ckermeister und ein Geselle, fĂŒnf Fleischermeister und ein Lehrling, vier Schuhmachermeister mit zwei Gesellen und zwei Lehrlingen, ein FĂ€rbermeister, drei Tischlermeister mit einem Gesellen und zwei Lehrlingen, ein Barbier, ein Fischer mit sechs Gehilfen, acht Kaufleute, sechs Schankwirte, erstmals ein Rentner (Rentier), aber auch zwei Arme. Im 216 Morgen großen Gut arbeiteten neben dem EigentĂŒmer zwei Knechte und MĂ€gde sowie zwei Tagelöhner. Durch einen weiteren Verkauf gelangte Teupitz an den Baron von Treskow und von dort 1860 an einen Herrn von Parpart. Bei Herrn von Parpart handelt es sich konkret um Arthur Leonce Hilarion von Parpart (1816–1910), verheiratet mit Ida Honigmann.cite-ref-7[7] Er verkaufte auch die kleine Insel Tornows Werderchen im Teupitzer See an einen Techniker. Gleichzeitig versuchte er, den Weinbau sowie die Karpfenzucht wiederzubeleben und erprobte die professionelle Fischzucht im Teupitzer See. 1862 feierte die Stadt ihre 400-jĂ€hrige Zugehörigkeit zu Brandenburg.

1867 stieg die SchĂŒlerzahl in Teupitz auf 132 Kinder an. Die Teupitzer bemĂŒhten sich um eine zweite Lehrerstelle, die 1871 schließlich eingerichtet wurde. Aus den Jahren 1862 und 1874 sind Besuche des Schriftstellers Theodor Fontane ĂŒberliefert. Seine Studien ĂŒber die Stadt und die umliegende Region sind als Teupitz-Feuilleton sowie unter dem Titel Die Wendische Spree oder Von Köpenick bis Teupitz an Bord der Sphinx bekannt. Unter dem Namen SĂ€ngerkreis riefen 1872 BĂŒrger der Stadt einen Gesangsverein ins Leben; 1879 folgte der Kriegerverein Verein ehemaliger WaffengefĂ€hrten von Teupitz und Umgegend. Im gleichen Jahr wurden zwei Kompanien des Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1 in der Stadt einquartiert. Die Turmuhr der Kirche von 1778 musste mittlerweile mehrfach repariert werden. SchĂ€tzungen eines SachverstĂ€ndigen zufolge hĂ€tte eine Reparatur 250 Mark gekostet, so dass sich die Kirchengemeinde dazu entschloss, eine neue Uhr anzubringen. Im Jahr 1894 bestand Teupitz mit dem Etablissement Am Wege nach Baruth, Vorwerk Teupitz und Ziegelei. Mit Wirkung zum 1. September 1897 erfolgte die Aufwertung des Postamtes III. Klasse zu einer Agentur. 1899 entstand nach einer Spende eines Teupitzer BĂŒrgers in Höhe von 2.000 Mark auf dem GelĂ€nde des Rathaushofs ein Armenhaus. Im gleichen Jahr ĂŒberlegten die StadtvĂ€ter, den Status als „Stadt“ abzulegen, um die BezĂŒge des neu zu wĂ€hlenden BĂŒrgermeisters zu verringern.

20. Jahrhundert

Die Stadt erlebte um 1900 einen wirtschaftlichen Aufschwung durch den Tourismus, der um 1895 durch Berliner Fahrgastschiffe und Rudervereine weiterbefördert wurde. Der Ausflugsverkehr nach Teupitz, der zwischen 1895 und 1897 nur unregelmĂ€ĂŸig stattfand, wurde ab 1900 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs regelmĂ€ĂŸig angeboten. Zu dieser Zeit wurden die Straßen der Stadt neu gepflastert; der Teupitzer Spar- und Darlehnskassen-Verein entstand; Albert Gutzmann eröffnete die erste Apotheke. Ihm ist es auch zu verdanken, dass 1901 die Volksbibliothek eingeweiht werden konnte. Gleichzeitig hob die Stadt den bis dato erhobenen Dammzoll auf, den HĂ€ndler beim Eintreffen in die Stadt bislang entrichten mussten. Im Jahr 1900 standen im Ort 90 WohnhĂ€user. 1904 stellten die Teupitzer auf dem Marktplatz das Kaiser Wilhelm- und Kriegerdenkmal auf. 1907 grĂŒndete sich eine Freiwillige Feuerwehr. Sie nutzte zunĂ€chst vor der Kirche eine kleine Wasserstation als Spritzenhaus, erhielt aber bereits 1927 ein eigenes Feuerwehrhaus in der Lindenstraße.

1908 eröffnete in Teupitz eine Heil- und PflegestĂ€tte, die Landesirrenanstalt-Hauptanstalt. Sie wurde unter der Leitung des Architekten Theodor Goecke von 1904 an erbaut. Die Hauptanstalt bot Platz fĂŒr 1050 Kranke mit einem Lazarett sowie einer PensionĂ€rsanstalt fĂŒr weitere 150 Personen. Hinzu kamen Verwaltungs- und KĂŒchengebĂ€ude, ein Maschinenhaus mit WerkstĂ€tten, ein Landwirtschaftshof sowie großzĂŒgig angelegte GĂ€rten. Sie nahm von 1914 bis 1918 im Zuge des Ersten Weltkriegs eine Vielzahl an Verletzten auf, wurde dann aber 1923 geschlossen. Von 1924 bis 1931 war sie erneut geöffnet und behandelte rund 1500 Patienten. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Zuge der Euthanasiemorde Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen untergebracht, die dann in Tötungsanstalten der Aktion T 4 ermordet wurden.cite-ref-8[8] Auf dem GelĂ€nde entstand unter anderem ein rund 50 Meter hoher Schornstein mit einer Aussichtsplattform auf rund 30 Metern Höhe sowie 1917 eine Friedhofskapelle, die Robert Sandfort ausmalte. Neben der Landesklinik entstand fĂŒr die BeschĂ€ftigten ein neuer Ortsteil, das „WĂ€rterdorf“. Die Errichtung der vielen GebĂ€ude fĂŒhrte auch dazu, dass an der Bahnhofstraße/Ecke Bergstraße eine eigene Fabrik entstand. Dazu wurde der Kalksandstein aus RĂŒdersdorf bei Berlin mit dem Schiff antransportiert, ĂŒber eine Schmalspurbahn vom Teupitzer See zur Fabrik gefördert und dort mit vor Ort gefördertem Kies und Sand weiterverarbeitet. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten an der Landesklinik und dem Bauensemble in der Lindenstraße ging die Fabrik in den Konkurs. Der Fabrikchef Hugo MĂŒting ĂŒbernahm daraufhin das neu errichtete Hotel Schenk von Landsberg. Im gleichen Jahr ließ die Stadt unter Leitung des Architekten Paul Sagert das Rathaus umbauen. Er errichtete weiterhin das Ensemble in der Lindenstraße, bestehend aus der Schule, dem Hotel, der Kaiserlichen Post sowie zwei weiteren WohnhĂ€usern. Es steht jetzt unter Denkmalschutz. Ein Jahr spĂ€ter grĂŒndete Gutzmann den Obst- und Gartenbauverein, dem 1928 ein Schachclub folgte.

Im Jahr 1912 feierte die Stadt ihre 450-jĂ€hrige Zugehörigkeit zu Brandenburg. Das beschriebene Rittergut Teupitz mit 800 ha war mindestens bis 1914 im Besitz der Familie von Parpart.cite-ref-9[9] 1897 erhielt das benachbarte Groß Köris einen neuen Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz. So kam mit dem Bauboom der 1900er Jahre und den steigenden Tourismuszahlen auch in Teupitz der Wunsch auf, mit Hilfe einer Schmalspurbahn einen Anschluss an diese Bahnstrecke zu erhalten. Das Engagement ging jedoch nicht ĂŒber das Einholen eines Angebots fĂŒr eine Erweiterung der Strecke hinaus. 1909 erlosch die Betriebserlaubnis der Bahnstrecke, nachdem die Fabrik schloss, sodass das Projekt nicht mehr realisiert wurde. Der Ausflugsverkehr auf den Teupitzer GewĂ€ssern nahm hingegen wieder zu. Teupitz bestand im Jahr 1927 aus der Stadt mit der HĂ€usergruppe Landesanstalt, Gasthaus Tornows Idyll, Weinberg sowie Spruchs Ausbau. Im gleichen Jahr beschlossen der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung, die Ortsbezeichnung Teupitz am See, um auf die unmittelbare Lage der Stadt am Teupitzer See hinzuweisen und damit den Tourismus weiter zu fördern. Die Schreibweise ging in den darauffolgenden Jahrzehnten jedoch verloren. Die VerĂ€nderung fĂ€llt in die Zeit des BĂŒrgermeisters Johannes SchĂ€fer, der die Geschicke der Stadt von 1922 bis 1935 lenkte. Unter seiner FederfĂŒhrung entstanden das Stadtwappen, die Stadtfahne, das Stadtlied, ein Stadtfest sowie die konsequente Ausrichtung auf den Tourismus als Einnahmequelle. In der Novemberrevolution grĂŒndete sich am 17. November 1918 ein Arbeiter- und Soldatenrat. Wenige Monate spĂ€ter, am 27. April 1919, bildete sich ein Bauern- und Landarbeiterrat fĂŒr Teupitz und Egsdorf. Das Inkrafttreten der Weimarer Verfassung fĂŒhrte zu einer schrittweisen Entmachtung der RĂ€te, so dass die Stadtverordnetenversammlung schließlich am 14. Januar 1920 deren Auflösung beschloss. 1922 wurde das Forsthaus in Tornow zur Revierförsterei erhoben; die Stadt erhielt Anschluss an den elektrischen Strom – dies war zuvor nur der Landesklinik vorbehalten gewesen. 1927 entstand mit dem Wohnviertel Kohlgarten – benannt nach der frĂŒheren Nutzung fĂŒr das Schloss – sowie der Bebauung auf dem Egsdorfer Horst weiteres Terrain fĂŒr Wochenend- und WohnhĂ€user. Im Jahr 1928 wurde das Gut und der Gutsbezirk Teupitz-Schloss aufgelöst. Rund 387 Hektar FlĂ€che wurden mit der Stadt vereinigt; 177 Hektar kamen zu Groß Köris. Gleichzeitig florierte das kulturelle Leben in der Stadt: So entstanden am 15. Juli 1928 ein erstes Teupitz-Lied von C. Alfredy, dem am 26. Januar 1929 ein weiteres Lied von R. Meyer folgte. Im Jahr 1932 gab es die Stadt mit den WohnplĂ€tzen Amtmanns Weinberg, Buschmeierei, Teupitz Schloss und Tornows Idyll. In den Jahren 1933 und 1934 sichtete ein Historiker die urkundlichen ErsterwĂ€hnungen der Stadt. Er kam zu dem Schluss, dass die Dokumente trotz ihrer Abschrift im 15. Jahrhundert echt sein könnten. Lediglich der zweite Brief wurde von ihm auf das Jahr 1317 (statt 1315) datiert.

Die 1931 gebildete NSDAP-Ortsgruppe beteiligte sich 1933 in Teupitz an der nationalsozialistischen MachtĂŒbernahme. Hatte die NSDAP 1930 noch 10 % der WĂ€hlerstimmen erhalten, waren es 1933 bereits 46 %. Bei den Kommunalwahlen am 12. MĂ€rz 1933 kam es zu einem Eklat, als sich Sozialdemokraten weigerten, das Horst-Wessel-Lied zur Eröffnung zu singen. In der Folge wurden Mitglieder der SPD und KPD von der Ortsgruppe der SA unter Druck gesetzt und teilweise verhaftet. In den Folgejahren ĂŒbernahmen parteitreue Mitglieder wichtige Posten in der Stadt, darunter den des BĂŒrgermeisters. SchĂ€fer gab das Amt mit Wirkung zum 1. Januar 1934 auf, stand aber noch kommissarisch bis 1935 zur VerfĂŒgung. Der Marktplatz wurde in Adolf-Hitler-Platz umbenannt. Ab 1941 wurden serbische Kriegsgefangene in das Arbeitskommando Nr. 1129 des Stammlagers III A mit Sitz in Luckenwalde in der Lindenstraße untergebracht. Sie mussten in der Landwirtschaft, im Schloss und den MĂŒhlen der Stadt arbeiten. Im Jahr 1941 bestand die Stadt mit der Siedlung Baumgarten, Egsdorfer Horst, Freidorfer Weg, Kohlgarten, Liebesinsel und Tornower Chaussee. Nach dem Kriegsende wurde das Gefangenenlager aufgelöst. Am 27. April 1945 wurde Teupitz nach der Schlacht im Kessel von Halbe von der Roten Armee besetzt und unter sowjetische Kommandantur gestellt. Bis zur Kommunalwahl am 15. September 1946 stellte sich Hans Sußmann als BĂŒrgermeister in den Dienst der Stadt; spĂ€ter als BezirksbĂŒrgermeister des SĂŒdbezirks des Kreises Teltow.

In der Landesklinik befand sich von 1945 bis 1994 ein Hospital fĂŒr Angehörige der Sowjetarmee. Zu DDR-Zeiten errichtete der VEB Landmaschinen Döbeln im Ortsteil Egsdorf ein Betriebsferienlager fĂŒr die Kinder seiner Betriebsangehörigen, das nach 1990 dem Verfall preisgegeben wurde. Die Unternehmer im Ort wurden enteignet und deren Betriebe in Volkseigentum ĂŒberfĂŒhrt. Die Fischerei wurde in die Fischwirtschaftsgenossenschaft Potsdam integriert. Die Landwirtschaft wurde nach und nach kollektiviert, und es grĂŒndete sich 1960 die LPG vom Typ I Teupitz-See mit zunĂ€chst 12 Mitgliedern und 48 Hektar landwirtschaftlicher NutzflĂ€che. Im Jahr 1964 kam der Ortsteil Egsdorfer Horst hinzu; 1970 der Ortsteil Tornow Idyll. 1971 kooperierte die LPG mit der LPG Granit aus Tornow, der LPG FrĂŒhlingssturm aus Schwerin und dem Landwirtschaftsbetrieb der Landesklinik. 1973 feierten die Teupitzer den 600. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte. Im gleichen Jahr wurde das Forsthaus in Tornow umgewidmet und diente seither nur noch als Wohnung fĂŒr Forstangestellte. Es gab die VEB Binnenfischerei Potsdam mit dem Fischereibetrieb Teupitz, die PGH Kraftfahrzeughandwerk Sachsenring, das Malerhandwerk sowie den Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb mit dem Forstbezirk Teupitz. 1974 wurden die Orte Egsdorf, Neuendorf und Tornow auf Initiative des Kreises Königs Wusterhausen eingemeindet. In der Zeit bis 1989 entstanden auf der Gemarkung der Stadt insgesamt vier CampingplĂ€tze.

Nach der Wende entstanden eine Abwasseranlage, ein Gewerbegebiet, eine Sporthalle sowie Wohnbauten auf der Teupitzer Höhe. Die LPG löste sich auf und wurde zum Teil in eine Agrargenossenschaft in MĂŒnchehofe integriert. Ein Teil der CampingplĂ€tze wurde geschlossen oder privatisiert. 1992 wurde Teupitz das Verwaltungszentrum des Amtes SchenkenlĂ€ndchen. Dem war eine Diskussion ĂŒber den Sitz der kĂŒnftigen Verwaltung vorausgegangen, in der sich Groß Köris und Halbe ebenfalls fĂŒr einen Zuschlag einsetzen. Im gleichen Jahr beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Ausweisung eines 17 Hektar großen Gewerbeparks an der Anschlussstelle der A 13, der bis 1994 vollstĂ€ndig erschlossen wurde. 1996 beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Bau einer neuen Feuerwehr an der Bergstraße. Mit Hilfe von 450.000 DM Fördermitteln des Landes konnte das GebĂ€ude am 24. Mai 1997 eingeweiht werden. 1996 erwarb eine Wohnungsbaugesellschaft vom Land Brandenburg die 1965 auf dem Gebiet der Landesklinik errichteten Plattenbauten mit 48 Wohnungen sowie vier 1908 erbaute MehrfamilienhĂ€user mit 22 weiteren Wohnungen. Zusammen mit weiteren Eigenheimen entstand so die Wohnanlage Teupitzer Höhe, die mit Wirkung zum 2. MĂ€rz 1998 diesen Straßennamen trĂ€gt. 1997 erhielten die Mehrzahl der Teupitzer einen Anschluss an eine neu errichtete KlĂ€ranlage. Im Jahr 1998 wurde das Rathaus der Stadt mit Hilfe von Fördermitteln fĂŒr rund 880.000 DM saniert, 2003 die Friedhofskapelle.

21. Jahrhundert

2001 ĂŒbernahm eine Forstverwaltung aus Rheinland-Pfalz das Revier in Massow und bewirtschaftet seit dieser Zeit rund 6.000 Hektar. 2002 eröffnete ein Supermarkt. Im Jahr 2005 wurde die Landesklinik privatisiert und wird seitdem vom Asklepios Fachklinikum Teupitz genutzt. 2007 fand – erstmals in der Geschichte der Stadt – die Feier zur urkundlichen ErsterwĂ€hnung der Stadt vor 700 Jahren statt. Der BĂŒrgerverein BiKuT im SchenkenlĂ€ndchen gab anlĂ€sslich der Feierlichkeiten einen historischen StadtfĂŒhrer heraus.

Verwaltungsgeschichte

Teupitz gehörte seit 1836 zum Kreis Teltow in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Königs Wusterhausen im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald.

Nemissa-Sage

In einer Sage ist die Geschichte vom Teupitzer Fischer Cornelius und seiner Tochter Gertrud ĂŒberliefert. Sie war in einen jungen Mann, Friedrich Barnikow, verliebt, sollte aber nach dem Willen ihres Vaters einen wohlhabenden MĂŒller aus Schwerin heiraten. Gertrud weigerte sich und schwor am Tornower See ihrem Cornelius die ewige Treue. Die wendische Todesgöttin und RĂ€cherin der Untreue Nemissa hörte diesen Schwur. Ihr Tempel versank nach der EinfĂŒhrung des Christentums auf dem Grund des Sees. Gertrud musste jedoch den MĂŒller heiraten, und das Brautpaar feierte auf dem Tornower See. Plötzlich zog ein Sturm auf, und ein Strudel zog die beiden in die Tiefe. Von dem Brautpaar fehlt seither jede Spur: Nemissa hĂ€lt sie in ihrem Tempel fest.cite-ref-10[10]

Bevölkerungsentwicklung

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)cite-ref-11[11]cite-ref-12[12]cite-ref-13[13], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung von Teupitz besteht aus 12 Stadtverordneten und der ehrenamtlichen BĂŒrgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 fĂŒhrte bei einer Wahlbeteiligung von 67,5 % zu folgendem Ergebnis:cite-ref-14[14]

| Partei / WĂ€hlergruppe | Stimmen 2024 | Sitze 2024 | | Stimmen 2019 [ 15 ] | Sitze 2019 | Stimmen 2014 [ 16 ] | Sitze 2014 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gemeinsam Gestalten | 48,5 % | 6 | | – | – | – | – |
| BĂŒrgerNETTzwerk | 43,1 % | 5 | | 89,0 % | 11 | 54,6 % | 7 |
| CDU | 0 8,4 % | 1 | | 11,0 % | 1 | 45,4 % | 5 |
| Insgesamt | 100 % | 12 | | 100 % | 12 | 100 % | 12 |

BĂŒrgermeister

‱ 1990–2008: Karsten Kuhl (CDU)cite-ref-17[17]
‱ 2008–2024: Dirk Schierhorn (BĂŒrgerNETTzwerk)cite-ref-18[18]
‱ seit 2024: Manuela Steyer (Gemeinsam Gestalten)

Steyer wurde bei der BĂŒrgermeisterwahl am 9. Juni 2024 bei zwei Gegenkandidaten mit 52,8 % der gĂŒltigen Stimmen fĂŒr eine Amtszeit von fĂŒnf Jahrencite-ref-19[19] gewĂ€hlt.cite-ref-20[20]

Wappen

SehenswĂŒrdigkeiten

‱ Schloss Teupitz auf einer Halbinsel im Teupitzer See, wurde erstmals 1307 als Burg Tupcz erwĂ€hnt. Die erhaltenen Baulichkeiten stammen aus dem 15. und 17. Jahrhundert und wurden als Hotel genutzt. Das Schloss ist in Privatbesitz, die Schlosshalbinsel einschließlich Schloss und NebengebĂ€ude können nicht betreten werden.cite-ref-22[22]
‱ Heilig-Geist-Kirche, gotischer Backsteinbau aus dem Jahr 1346. Im Innern befinden sich eine barocke Kanzel aus dem Jahr 1692 sowie eine Orgel aus dem Jahr 1694.
‱ Fontane-Park an der SeebrĂŒcke, 1928 anlĂ€sslich des 30. Todestages von Theodor Fontane eingeweiht. 2003 gestaltete die Stadt die GrĂŒnflĂ€che um und eröffnete 2011 eine SeebrĂŒcke.
‱ Marktplatz mit dem Kaiser Wilhelm- und Kriegerdenkmal, dem Rathaus Teupitz sowie weiteren historischen GebĂ€uden, beispielsweise dem Haus Markt 1, in dem Theodor Fontane bei der Wirtin Friederike Wilhelmine Bullrich – einer Verwandten von August Wilhelm Bullrich – am 21. Juni 1862 zu Gast war. In dem GebĂ€ude am Markt 16 eröffnete 1875 der Kaufmann Wilhelm Marwitz das nach ihm benannte Restaurant Marwitz. Es stand von 1922 bis 1997 leer und wird im 21. Jahrhundert erneut fĂŒr einen gastronomischen Betrieb genutzt.
‱ Teupitzer Bilderbuch: Vor dem Rathaus befindet sich eine kĂŒnstlerisch gestaltete Installation, die auf mehreren, individuell gestalteten Kacheln die Geschichte der Stadt illustriert. Sie wurde am 13. Juli 2015 in Erinnerung an den ersten Aufenthalt Fontanes in der Stadt am 21. Juni 1862 eingeweiht.
‱ Gedenkstein fĂŒr die Opfer der Euthanasieverbrechen sowie eine denkmalgeschĂŒtzte Friedhofskapelle, die 1917 vom Kirchenmaler Robert Sandfort gestaltet wurde, auf dem GelĂ€nde der Landesklinik. Dort befinden sich seit dem 19. Oktober 2005 drei Stolpersteine.
‱ DenkmalgeschĂŒtztes Bauensemble von Paul Sagert in der Lindenstraße 1 bis 5, bestehend aus der ehemaligen Kaiserlichen Post, einem Beamtenwohnhaus sowie einer Arztvilla. In dem Haus mit der Anschrift Lindenstraße 4 befindet sich die Grundschule, im Haus mit der Nummer 5 das Hotel Schenk von Landsberg.
‱ In dem GebĂ€ude in der Poststraße 19 war Anfang des 20. Jahrhunderts der Sitz des Spielmann-Verlags, der auf den ungarischen Journalisten Franz Spielmann zurĂŒckgeht. Dort wurde unter anderem die Lokalzeitung Der MĂ€rker gedruckt.
‱ Die Region um Teupitz wird von einigen Wanderwegen erschlossen. Ein 13 km langer Rundwanderweg fĂŒhrt von der Innenstadt zum TĂŒtschensee und weiter in sĂŒdlicher Richtung zum Tornower See. Die Naturschutzgruppe Teupitzer Seengebiet hat dort einen Naturlehrpfad angelegt, der auf 34 Stationen die Fauna und Flora des Gebietes sowie dessen geologische Besonderheiten erlĂ€utert. In östlicher Richtung erreicht der Wanderer ĂŒber den Weg einen Gedenkstein fĂŒr Adolf Strauss, der als Naturkundler im SchenkenlĂ€ndchen tĂ€tig war. Über den Briesensee fĂŒhrt der Weg zur MittelmĂŒhle, der Hohen MĂŒhle und auf dem Fontaneweg zurĂŒck in die Altstadt.
‱ Der 66-Seen-Wanderweg fĂŒhrt durch Egsdorf, MittelmĂŒhle, zum Tornower See, Teupitz und zum Nicolassee.

In der Liste der Baudenkmale in Teupitz und in der Liste der Bodendenkmale in Teupitz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale.

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Der grĂ¶ĂŸte Arbeitgeber der Stadt ist das Asklepios-Fachklinikum fĂŒr Psychiatrie und Neurologie.cite-ref-23[23] Das Klinikum liegt auf dem Areal, auf dem Anfang des 20. Jahrhunderts die Landesirrenanstalt-Hauptanstalt errichtet wurde.

Verkehr

Teupitz ist ĂŒber die gleichnamige Anschlussstelle (5a) der Bundesautobahn 13 Berlin – Dresden erreichbar. Die Stadt liegt an der Landesstraße L 74 von WĂŒnsdorf nach MĂ€rkisch Buchholz.

Der nĂ€chstgelegene Bahnhof ist seit 1897 Groß Köris an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz. Er wird von der Regionalbahnlinie RE 7 (Dessau-Bad Belzig–Berlin–Senftenberg) bedient.

Sport

‱ Sportplatz, in den 1920er Jahren errichtet, 1950 und 1951 renoviert
‱ Sporthalle, am 5. September 1998 eröffnet, Kosten rund 2,3 Millionen DM

Vereinswesen

In der Stadt sind rund 40 Vereine aktiv, darunter die Teupitzer SchĂŒtzengilde 1857, der Obst- und Gartenbauverein fĂŒr Teupitz und Umgebung von 1911, der Anglerclub FrĂŒh auf aus dem Jahr 1923 sowie der Turn- und Sportverein 1911. Seit 1999 existiert ein Seniorenclub Teupitz sowie seit 2004 der Verein fĂŒr Bildung, Kultur, Tourismus und Gewerbe im SchenkenlĂ€ndchen (BiKuT).

Persönlichkeiten

EhrenbĂŒrger

‱ Albert Gutzmann (1868–1949), Arzt in Teupitz 1897–1949, Stadtverordnetenvorstehercite-ref-24[24]
‱ Hans Sußmann (1897–1985), BĂŒrgermeister und Ortschronist

Söhne und Töchter der Stadt

‱ Friederike Wilhelmine Bullrich (1805–1881), als „Sternen“-Wirtin Fontanes bekannt gewordene Teupitzerincite-ref-25[25]
‱ Ludwig Schultze (1849–1929), lebt als „Kettenschultze“ im GedĂ€chtnis der Stadt
‱ Werner Taesler (1907–1994), Architekt
‱ Renate Werwigk-Schneider (* 1938), Medizinerin, Opfer der Diktatur in der DDR

Mit Teupitz verbundene Persönlichkeiten

‱ Hans Kohlhase (um 1500–1540), BĂŒrger und Kaufmann in Cölln, hielt sich um 1535 in Teupitz auf
‱ Walter Lindgens (1883–1978), Maler, Atelier auf der Liebesinsel 1937–1945
‱ Willi Bredel (1901–1964), Schriftsteller, GrundstĂŒcksbesitzer im Kohlgarten ca. 1955–1964
‱ Harro (1909–1942) und Libertas (1913–1942) Schulze-Boysen, WiderstandskĂ€mpfer gegen den Nationalsozialismus, erwarben 1942 ein GrundstĂŒck auf dem Egsdorfer Horst
‱ Heinz Gronau (1912–1977), Kommandeur des Wachregiments „Feliks Dzierzynski“, GrundstĂŒcksbesitzer im Kohlgarten 1971–1977
‱ Bert Heller (1912–1970), Maler, Atelier auf der Liebesinsel ca. 1951–1967
‱ Moritz Mebel (1923–2021), Urologe, GrundstĂŒcksbesitzer auf dem Egsdorfer Horst 1962–2018
‱ Helmut Wolff (1928–2017), Chirurg, Ausrichter der Teupitzer GesprĂ€che, GrundstĂŒcksbesitzer in Teupitz

Literatur

‱ Geschichte von Schloss und Stadt Teupitz von Franz Hoffmann. Initiator der Neuauflage: Lothar Tyb’l. Stadt Teupitz, Teupitz 2014; Reprint der Teupitzer Stadtchronik von 1902.
‱ Lothar Tyb’l: Teupitz am See – ein Schatz in der Mark Brandenburg. Historischer StadtfĂŒhrer. 1. Auflage. Hrsg.: BiKuT. Weißensee-Verlag, 2006, ISBN 3-89998-090-5, S. 230.
‱ Lothar Tyb’l: Teupitzer Miniaturen – Dreißig Geschichten aus der 700-jĂ€hrigen Schenkenstadt. 1. Auflage. Hrsg.: BiKuT. Weißensee-Verlag, 2009, S. 188.
‱ Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon fĂŒr Brandenburg: Teltow. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1976 (= Historisches Ortslexikon fĂŒr Brandenburg, Band 4).

Weblinks

Commons

: Teupitz

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Stadt Teupitz
‱ Stadt Teupitz. Amt SchenkenlĂ€ndchen.
‱ Beitrag. In: RBB-Sendung „Landschleicher“, 10. November 2013.

Einzelnachweise

cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-bb-11. Bevölkerungsstand im Land Brandenburg Dezember 2024 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen, basierend auf dem Zensus 2022) (Hilfe dazu).
cite-note-22. ↑ Teupitz. Service Brandenburg, abgerufen am 1. Mai 2024.
cite-note-33. ↑ Lothar Tyb’l: Teupitz am See – ein Schatz in der Mark Brandenburg. Historischer StadtfĂŒhrer. 1. Auflage. Hrsg.: BiKuT. Weißensee-Verlag, 2006, ISBN 3-89998-090-5, S. 230.
cite-note-44. ↑ Lothar Tyb’l: Teupitzer Miniaturen – Dreißig Geschichten aus der 700-jĂ€hrigen Schenkenstadt. 1. Auflage. Hrsg.: BiKuT. Weißensee-Verlag, 2009, ISBN 978-3-89998-160-5
cite-note-55. ↑ Genealogisches Handbuch bĂŒrgerlicher Familien. Ein deutsches Geschlechterbuch. 1894. In: Herold Verein zu Berlin (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch. Dritter Band, Gobbin. W. T. Bruer, Berlin Mai 1894, S. 82–83 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 8. August 2022]).
cite-note-66. ↑ Graf Stillfried von Alcantara und Rattonitz: Verzeichniss der seit dem Bestehen des Kgl. Preuss. Heroldsamtes (1855) erfolgten Standeserhöhungen, AdelsbestĂ€tigungen und Namensvereinigungen nebst Beschreibung der verliehenen Wappen. Hrsg.: Herold Verein zu Berlin. Separat-Ausgabe Auflage. Band 1871, von Parpart. 15. Febr. Commissionsverlag Mitscher & Röstell. Druck Stahel WĂŒrzburg, Berlin 1875, S. 51 (google.de [abgerufen am 8. August 2022]).
cite-note-77. ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen HĂ€user. 1913. In: Der Gotha. 7. Auflage. Parpart, 2. Ast. Preußische Wappenbesserung Versailles 15. Febr. 1871. Justus Perthes, Gotha 22. November 1912, S. 618–619 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 8. August 2022]).
cite-note-88. ↑ Peter Josef Belli: Kommunen und NS-„Euthanasie“ – Zwischenbilanz im Fall Teupitz. Verlag Matthias Herrndorff, 2013, ISBN 978-3-940386-30-4.
cite-note-99. ↑ Ernst Seyfert: Niekammer’s Landwirtschaftliches GĂŒter-AdreßbĂŒcher. Band VII. Landwirtschaftliches Adreßbuch der RittergĂŒter, GĂŒter und Höfe der Provinz Brandenburg 1914. Verzeichnis sĂ€mtlicher RittergĂŒter, GĂŒter und grĂ¶ĂŸeren Bauernhöfe der Provinz mit Angabe der Guts-Eigenschaft, des Grundsteuer-Reinertrages, der GesamtflĂ€che und des FlĂ€cheninhalts der einzelnen Kulturen. In: Mit UnterstĂŒtzung von Staats-und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der KreislandbĂŒnde. Reprint erschienen 2021 bei Klaus D. Becker Potsdam Auflage. Reg. - Bezirk Potsdam. Kreis Teltow, Paul Niekammer-Reihe. Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, ISBN 3-88372-273-1, S. 154–155 (google.de [abgerufen am 8. August 2022]).
cite-note-1010. ↑ Lothar Tyb’l: StadtfĂŒhrer – Geschichtliches – Seen-Wanderkarte. Stadt Teupitz, Juli 2011.
cite-note-1111. ↑ Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17
cite-note-1212. ↑ Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien StĂ€dten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
cite-note-1313. ↑ Amt fĂŒr Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
cite-note-1414. ↑ Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
cite-note-152. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
cite-note-163. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 25. Mai 2014. Amt fĂŒr Statistik Berlin-Brandenburg, Potsdam 2014, S. 25. Abgerufen am 16. Oktober 2025.
cite-note-1717. ↑ Die Geschichte des Teupitzer Rathauses. Stadt Teupitz, abgerufen am 16. Oktober 2025.
cite-note-1818. ↑ Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28. September 2008. BĂŒrgermeisterwahlen. (PDF) statistik-berlin-brandenburg.de, S. 8.
cite-note-1919. ↑ Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1). bravors.brandenburg.de
cite-note-2020. ↑ Ergebnis der BĂŒrgermeisterwahl am 9. Juni 2024. Wahlleiter des Landes Brandenburg; abgerufen am 6. August 2024.
cite-note-wappen-214. Wappenangaben. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg.
cite-note-2222. ↑ Das verlorene Schloss. In: Tagesspiegel. 11. Mai 2008 (Online).
cite-note-2323. ↑ Geschichte der Stadt Teupitz. (Memento vom 17. November 2015 im Internet Archive) Stadt Teupitz; abgerufen am 8. Oktober 2015.
cite-note-2424. ↑ EhrenbĂŒrger der Stadt Teupitz. In: www.teupitz.de. Abgerufen am 15. Juli 2022.
cite-note-2525. ↑ Das verlorene Schloss von Teupitz. In: MĂ€rkische Allgemeine. 16. November 2016, abgerufen am 15. Juli 2022.